
Kurzbeschreibung
Design Thinking ist ein nutzerzentrierter, iterativer Innovationsansatz zur Lösung komplexer Probleme und zur Entwicklung neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse. Im Zentrum steht das Verständnis für die Bedürfnisse und Perspektiven der Nutzer*innen, das durch Beobachtung, Interviews und Empathie-Methoden gewonnen wird. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden Lösungen gemeinsam entwickelt, visualisiert und in kurzen Zyklen getestet und verbessert.
Design Thinking kombiniert Elemente aus Kreativität, Systemdenken, interdisziplinärer Zusammenarbeit und agilem Arbeiten. Es folgt keinem linearen Plan, sondern einem phasenorientierten Prozessmodell mit typischerweise fünf bis sechs Schritten: Verstehen – Beobachten – Standpunkt definieren – Ideen finden – Prototypen entwickeln – Testen. Diese Phasen können mehrfach durchlaufen werden, um Erkenntnisse iterativ in verbesserte Lösungsansätze zu überführen.
Design Thinking eignet sich besonders für Organisationen im Wandel, da es hilft, Silodenken aufzubrechen, Nutzerfokus zu stärken und Innovationsprozesse kollaborativ und experimentell zu gestalten. In Transformationskontexten ermöglicht es nicht nur kreative Problemlösung, sondern fördert auch kulturellen Wandel und neues Denken in Teams.
Chancen ☼
- Stärkung der Nutzerorientierung und echter Problemverständnisse
- Förderung von kreativem Denken und Innovationsfähigkeit
- Aufbrechen von Silos durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Frühes Feedback durch Prototyping und Tests reduziert Fehlentwicklungen
- Förderung einer Fehlerfreundlichen, lernenden Haltung
- Wirksam in Transformations- und Kulturwandelprozessen durch partizipatives Vorgehen
Risiken ☁
- Gefahr von Aktionismus ohne strukturelle Einbettung
- Ergebnisse bleiben oberflächlich, wenn Nutzerfokus oder Iteration vernachlässigt wird
- Hoher Zeit- und Ressourcenaufwand, insbesondere in der Anfangsphase
- Ohne gute Moderation besteht das Risiko von Unklarheit oder Überforderung im Prozess
Ausführung
- Problemverständnis & Teamzusammenstellung
Bildung eines interdisziplinären Teams, Klärung der Herausforderung, Definition des Zielrahmens - Nutzerforschung & Empathie-Phase
Beobachtung, Interviews, Shadowing – tieferes Verstehen der Nutzerperspektiven, Bedürfnisse und „Pain Points“ - Sinnstiftende Problemdefinition („Point of View“) Verdichtung der Erkenntnisse zu klar formulierten Problemstellungen mit menschlichem Bezug
- Ideenfindung (Ideate)
Kreativtechniken wie Brainstorming, Crazy 8s, Mind Mapping zur Entwicklung vielfältiger Lösungsansätze - Prototyping
Entwicklung einfacher, schneller Prototypen (z. B. Papiermodelle, Mockups, Rollenspiele) zur Veranschaulichung der Ideen - Testen mit Nutzenden
Einholen von Feedback, Bewertung von Funktionalität, Nutzerfreundlichkeit, Relevanz – Iteration und Weiterentwicklung - Integration und Skalierung
Überführung vielversprechender Lösungen in die Umsetzung, ggfs. in Verbindung mit agilen Methoden oder Innovationsprojekten
Dauer
Komplexität
Kosten
Tipp 💡
Design Thinking entfaltet seine volle Wirkung, wenn es nicht nur als einmaliger Workshop verstanden wird, sondern als Haltung und Methode, die Nutzerfokus, Experimente und Zusammenarbeit langfristig in der Organisation verankert.